Waldbrand und ein Feuerwehrmann

Brasilien: Forscher haben Angst, Ergebnisse über Amazonas-Waldbrände zu veröffentlichen

Nachdem die Amazonas-Waldbrände lange niemanden so recht interessierten, hat eine Twitter-Kampagne im Sommer weltweite Aufmerksamkeit auf die Waldbrand-Krise gelenkt.

Die Medien und die Kommentarspalten überschlugen sich mit Spekulationen. Die einen überspitzten die Brände, die anderen relativierten.

Der brasilianische Präsident Bolsonaro sah sich sogar genötigt, vor den Vereinten Nationen eine Rede zu halten, in der er verleugnete, dass die Brände im Amazonas-Regenwald künstlich gelegt wurden.

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Doch die Indizien sprachen dafür. Ich selbst habe vor der Wahl Bolsonaros in einem Blogbeitrag genau das angekündigt, was dann letztendlich passiert ist.

Wenn man sich nicht sicher ist, muss man wissenschaftlich an die Sache herangehen. Langsam liegen erste Ergebnisse vor, allerdings ist die Medienaufmerksamkeit jetzt wieder weg, obwohl sie nun dringender gebraucht wird, als zuvor.

Verschiedene Wissenschaftler haben schon im November ein erstes Paper herausgebracht. Viele Wissenschaftler wollen darin nicht namentlich genannt werden, obwohl die namentliche Nennung in der Wissenschaftswelt so etwas wie deren Währung ist.

Der Grund ist die extrem wissenschaftsfeindliche Stimmung in der brasilianischen Regierung. Der Wissenschaftler Ricardo Galvão flog aus der staatlichen Behörde INPE raus, weil er Satelittendaten veröffentlichte, die schon darauf hindeuteten, dass die Brände hauptsächlich Rodungsbrände waren. Das sorgt derzeit für große Angst unter brasilianischen Wissenschaftlern. Wenn jemand schon seinen Job verliert, bloß weil er seine Arbeit macht, dann ist unabhängiges Arbeiten nicht mehr möglich. Das ist aber der Grundpfeiler der seriösen Wissenschaft.


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Die wissenschaftsfeindliche Stimmung ist nun auch der Grund warum beim erwähnten Paper viele Wissenschaftler nicht namentlich genannt werden wollten. Natürlich gibt es Autoren im Paper. So Beispielsweise Jos Barlow. Der ist allerdings von der Lancaster University aus Großbritannien. Es ist also wichtig, dass die Wissenschaftswelt international zusammenhält.

Waren die Brände nun von Menschen?

Doch was sagt dieses doch recht unspektakulär daherkommende Paper überhaupt aus?

Auf wenigen Seiten wird erst einmal erklärt, was es für Waldbrandarten gibt und welche von einer schwachen Regierung gefördert werden.

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Entwaldungsbrände sind die Schlimmsten, diese werden eingesetzt, um aus dem Wald später beispielsweise Viehweiden zu machen. Entwaldungsbrände kommen hauptsächlich dann vor, wenn die Regierung beide Augen zudrückt, keine Strafen ausspricht und danach die landwirtschaftliche Nutzung zulässt.

Andere Brandarten kommen im Amazonas-Gebiet regelmäßig vor. Beispielsweise werden schon gerodete Gebiete mit Feuer von Gras befreit. Durch die immer trocken werdenden Sommer (Ursachen: Klimawandel & Entwaldung) breiten sich diese Feuer immer rasanter aus.

Doch es steht natürlich die Frage im Raum, ist Bolsonaros Regierung jetzt schuld an den Waldbränden oder nicht?

Die Anzahl der aktiven Waldbrände war 2019 circa dreimal höher als noch 2018. Außerdem war es die höchste Anzahl an Waldbränden seit 2010. Die einfachen Zahlen deuten sehr darauf hin, dass der Anstieg in Folge von Entwaldungsbränden zu sehen ist.

Gründe und Häufigkeit der Waldbrände im Amazonas-Regenwald
Gründe und Häufigkeit der Waldbrände im Amazonas-Regenwald
Eine genau Erklärung findet ihr in der Quelle: Clarifying Amazonia’s burning crisis

Um diese Vermutung zu bestätigen, haben die Wissenschaftler Satellitendaten ausgewertet. Dabei stellten sie fest, dass die Entwaldungsraten zwischen August 2018 und Juli 2019 um den Faktor 1,54 höher waren als im Schnitt. Außerdem waren es die höchsten Entwaldungsraten seit 2008.

Unklar ist allerdings, warum die Waldbrände im September 2019 schlagartig um 35 % gefallen sind. Das könnte der Regen gewesen sein oder die zweimonatigen Feuermoratorien, die Präsident Bolsonaro aufgrund des internationalen Drucks verhängt hat. Genau wird man es wohl erst wissen, wenn die Moratorien vorbei sind und die internationale Gleichgültigkeit es zulässt.

Unterm Strich kann man also sagen, dass die Entwaldungsraten des Amazonas-Regenwaldes nach viel harter Arbeit knapp 10 Jahre stark gesunken sind. Dann kommt Bolsonaro an die Macht und die Brände und Entwaldungsraten steigen wieder stark. Hoffen wir, dass das nur Zufall war, daran glauben tut weder die Wissenschaftler noch ich.


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