Eine Hand auf der ein Baumsetzling sprießt

Baumspende: Wie viel kostet es einen Baum pflanzen zu lassen?

Holz ist ein ziemlich geiler Rohstoff. Es ist ein guter und CO2-neutraler Energielieferant. Es ist richtig behandelt lange haltbar und obendrein sehr vielseitig einsetzbar. Darüber hinaus bindet es verarbeitet (zum Beispiel beim Häuserbau) für die Zeit der Verwendung Kohlenstoffdioxid. Neben dem Wirtschaftlichen bieten Bäume unzählige weitere Vorteile für eine intakte Natur, weshalb es sich immer und jeder Zeit lohnt einen Baum zu pflanzen. Oder pflanzen zu lassen.

Einige Vorteile, die das Pflanzen eines Baumes mit sich bringt:

  • Bäume liefern den Rohstoff Holz.
  • Bäume liefern Nahrung für Mensch und Tier.
  • Bäume bieten Lebensräume für Tiere.
  • Wälder sind ein super Erholungsgebiet für Mensch und Tier.
  • Ein Baum wirkt positiven Einfluss auf den Wasserkreislauf und die Grundwasserqualität aus.
  • Die Wurzeln der Bäume verhindern Bodenerosionen und Erdrutsche.
  • Bäume bremsen den Wind aus und schützen so die Umgebung bei Stürmen.
  • Bäume leisten einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz.
  • Die Blätter der Bäume helfen Feinstaub zu binden und so aus der Luft zu bekommen.
  • Bäume sind die größten Sauerstofflieferanten.
  • Bäume binden das klimaaktive Gas CO2.
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Wie viel kostet es einen Baum zu pflanzen?

Wer selbst einen Baum pflanzen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten das umzusetzen. Als Kind war ich immer fasziniert davon, Kastanien oder Eicheln einzusammeln und diese groß zu züchten. Hier sollte man sich allerdings bei der Suchmaschine seiner Wahl vorher informieren, wie das geht. Ich war beispielsweise jahrelang enttäuscht, dass die gesammelten Eicheln nie zu einem Baum wurden. Bis ich durch Zufall gelesen habe, dass die Saat erst austreibt, wenn sie über den Winter gefroren war. Da ich sie versucht habe im Haus aufzuziehen war das also aussichtslos.

Baumsamen kann man sich freilich auch im Geschäft kaufen. Gut sortierte Baumärkte und Gartengeschäfte führen Baumsamen in ihrem Sortiment. Meistens kosten diese  3 – 10 Euro pro Saattüte in denen sich mehrere Samen befinden. Wer kein Lust hat, sich Erde und Co. zu beschaffen, kann sich die etwas teureren Pflanzensets kaufen. Bei Amazon kostet beispielsweise das Set für eine Rotfichte 16,95 €.

Da es relativ lange dauert, bis der Baum nach der Pflanzung eine gewisse Größe erreicht hat, kann es Sinn machen ihn schon aufgezogen zu kaufen. Hier ist die Baumschule deiner Wahl der richtige Ansprechpartner. Die Preise hierfür belaufen sich auf wenige Euros bis einige hundert, gar tausend Euros. Das hängt von der Baumart, Größe und der Region ab.

Wenn man kein eigenes Grundstück besitzt ist die Standortfrage für den eigenen Baum leider gar nicht so einfach. Das Bepflanzen von fremden Grundstücken, auch staatlichen Grundstücken stellt Sachbeschädigung dar. Sollte man angezeigt werden, droht ein Bußgeld und man ist zur Beseitigung und das Tragen der Kosten dafür verpflichtet. Mir ist allerdings auch nach intensiver Recherche kein Fall bekannt, wo das (außer bei Nachbarschaftsstreits) zur Anzeige kam. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte bei Waldbesitzern, Bauern oder beim Gartenamt nachfragen, ob und wo es in Ordnung ist, einen Baum zu pflanzen.

Wie viel kostet es einen Baum pflanzen zu lassen?

Wer sich nicht begeistern kann, selbst einen Baum aufzuziehen oder gar nicht die Zeit dazu hat, der kann diese Aufgabe natürlich outsourcen. Außerdem kommt man schnell an seine Grenzen, wenn man Beispielsweise einen ganzen Hektar Wald pflanzen möchte.

In diesem Fall kann man sich an Profis wenden. Der Preis eines Baumes hängt dann jedoch von vielen Faktoren ab.

Wo wird der Baum gepflanzt?

Der Preis einen Baum pflanzen zu lassen hängt vor allem davon ab, wo er gepflanzt wird. Der größte Kostenfaktor ist meistens die benötigte Arbeitszeit, weshalb man in Ländern mit geringem Lohnniveau besonders günstig Bäume spenden kann. Ein zweiter wichtiger Faktor sind die Kosten des Grundstücks. Ein Wald im Herzen Münchens ist da freilich teurer als auf einem Brachland in Nigeria.

Besonders deutlich wird das, wenn man sieht, wie viel Geld das Gartenamt in Regensburg für eine Baumspende benötigt um nur einen Baum zu pflanzen. So beträgt der Preis eines Baumes beim Gartenamt so viel wie 10.000 Bäume in Madagaskar. Ein ganz schöner Unterschied.

Welche Bäume werden gepflanzt?

Ein weiterer Preisfaktor ist die Baumart, die gepflanzt wird. Vernünftige Organisationen achten auf einen guten Mix an Bäumen um Monokulturen zu verhindern. Idealerweise schafft man sogar Agroforstkulturen um Mensch und Tier Nahrung zu liefern, damit der Wald auch der Bevölkerung vor Ort etwas nützt. Das hat den weiteren Vorteil, dass die Einheimischen ein Interesse haben, den Wald zu schützen.

Es gibt aber auch Zertifikathändler, die einfach nur dumm hektarweise die billigsten Bäumen pflanzen lassen um günstig CO2-Zertifikate verkaufen zu können.

Wie lange bleiben die Bäume bestehen?

Ein unbeachteter Preisfaktor ist, wie lange die Bäume gepflanzt bleiben und was die Strategie der Organisation ist. Plant-for-the-Planet geht beispielsweise offen damit um, dass die Bäume wenn sie ausgewachsen sind gefällt werden sollen. Nach ihrer Argumentation wird dann noch mehr Kohlenstoff gespeichert, weil auf dem freigewordenen Platz neue Bäume gepflanzt werden können. Und die gefällten Bäume so lange CO2 binden, wie das Holz verbaut ist. Wer am Ende den Ertrag des Baumes bekommt, geht dabei nicht hervor. Wenn das wieder zum Bäume pflanzen benutzt wird, wäre es recht klug.

Andere Organisationen bepflanzen oft abgeholzte Regenwaldgebiete. Hier gibt es dann erhebliche Unterschiede, ob der Wald nur gepachtet ist und was danach passiert. Oder ob die Regierung ihn dann zu einem Naturschutzgebiet macht. Am Besten wäre es, das Land gehört dann der Organisation. Das ist aber in vielen Ländern rechtlich gar nicht möglich. I-Plant-a-Tree kauft beispielsweise die Gründstücke, was den Baumpreis ein bisschen steigen lässt.

Baumspende – Kostentabelle:

Ich habe anschließend ein paar Organisationen, die ich auch privat unterstützen würde, herausgesucht und die Preise pro Baum herausgesucht. So könnt ihr euch ein Bild machen, wie viel es kostet, einen Baum pflanzen zu lassen. Ein Vergleich Abseits des Preises kann sich aber lohnen. Je nachdem, welches Ziel dir wichtig ist, darf ein Baum auch einmal mehr kosten, ohne dass es heißt, dass der günstigste Baum nicht auch hilft. (Stand: Mai 2018)

Anbieter / OrganisationWo wird der Baum gepflanzt?Preis pro Baum
EdenprojectsMadagaskar / Nepal / Haiti0,10 €
OroVerde e.VSüdamerika1 €
Plant-for-the-PlanetWeltweit (haupts. Entwicklungsländer)1 €
I Plant a TreeDeutschland2,80 €
PrimaklimaDeutschland / Nicaragua3 - 5 €
Lebenswald (BOS)Borneo7 €
Plantaciones EdelmanCosta Rica57 €
Stadt RegensburgRegensburg850 - 1.000 €

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Robert

Robert

Programmierer | Blogger | Selbständiger bei RegSoft
Ich bin der Gründer von Blog2Help. Als selbständiger Software-Entwickler und StartUp-Gründer (Zum Blog) kenne ich die Herausforderungen, die eine nachhaltige Unternehmensführung mit sich bringt. Neben aller politischer Arbeit, bin ich der festen Überzeugung, dass man für eine faire und gerechte Welt als Verbraucher vor allem die Unternehmen in die Pflicht nehmen muss.

Die Faszination zum Regenwald begleitetet mich schon von klein auf. Durch die Staufen-Altpapier Schulhefte kam ich schon in der Grundschule mit der Regenwaldorganisation OroVerde e.V in Kontakt und unterstütze diese seitdem mit unkonventionellen Mitteln. Damals z.B. mit dem Sammeln von Briefmarken und seit 2009 mit der Gründung von Blog2Help.

Im Rahmen eines Universitätsprojekts konnte ich im Jahr 2013 selbst in den Regenwald nach Madagaskar reisen und bei der Ausbildung der Parkranger mithelfen.
Robert
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2 Gedanken zu „Baumspende: Wie viel kostet es einen Baum pflanzen zu lassen?

  1. Für Plant for the Planet kann kann ich noch ergänzen, dass zur Zeit hauptsächlich in Mexiko gepflanzt wird. In der Region Campèche auf der Yucatán-Halbinsel wurde eine sehr große Pflanzfläche erworben. Über den Begriff “Entwicklungsländer” bin ich in dem Zusammenhang nicht glücklich, aber da wir ja alle für das gleiche einstehen wäre es kontraproduktiv, jetzt dieses Fass aufzumachen.
    Tatsächlich sollen die Bäume (irgendwann mal) gefällt werden, daher werden Edelhölzer angebaut. So wird sichergestellt, dass das Holz nicht verbrannt wird und der Kohlenstoff langfristig auf dem Kreislauf entfernt wird.
    Die im Vergleich zu Madagaskar recht hohen Kosten entstehen unter anderem dadurch, dass 100 Waldarbeiter hauptamtlich angestellt sind. So wird ihnen ein nachhaltiges Einkommen ermöglicht. Natürlich wäre es besser, wenn die lokale Bevölkerung selbst Eigentümer des Waldes wären, aber dann könnte die (inzwischen recht große) Stiftung dort nicht so effizient arbeiten. Und mit effizient meine ich, dass mit dem geplanten stückweisen Ausbau bis 2029 100 Millionen Bäume gepflanzt werden.
    Nichts desto trotz recht das nicht. Plant-for-the-Planet fordert dazu auf, das Projekt zu kopieren. Und zwar 10 000 mal. Denn nur so können wir genug Bäume pflanzen, um ein Viertel des Menschengemachten CO2 zu binden. Insofern beachtet vielleicht bei eurer Auswahl auch, woher die Organisationen sonst die finanziellen Mittel bekommen. Wenn eure Spende öffentliche Investionen vermeidet, ist das Geld vielleicht bei einer NGO besser aufgehoben. Wenn ein Aufforstungsprojekt eine große Stiftung im Rücken hat, solltet ihr lieber ein Projekt unterstützen, das ohne private Spenden nicht arbeiten könnte.

    Zu ergänzen wäre vielleicht noch die Deutsch-Tansanische Partnerschaft e.V.. (dtpev.de) Die betreiben ein eigenes Aufforstungsprojekt auf Sansibar zur Flugkompensation.

    • Hi Lukas,

      danke für deine interessanten Ergänzungen. Ich habe auf der Seite der Deutsch-Tansanische Partnerschaft e.V. leider keinen konkreten Preis für einen Baum finden können. Das war auch der Hauptgrund, warum die Übersicht nicht größer ist, da viele Organisationen den konkreten Preis nicht angeben.

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