Ein Stapel alter Werbezeitschriften

Hilft ein “Bitte keine Werbung” Aufkleber der Umwelt?

Bitte keine Werbung einwerfen – Nichts hasst man als Zeitungsausträger mehr, als wenn man zu einem Wohnblock kommt und  90 % der Briefkästen haben diesen Aufkleber draufgeklebt. Denn man verdient pro eingeworfenem Prospekt. Und doch gibt es gewichtige Argumente gegen diesen ganzen Werbeirrsinn in deutschen Briefkästen.

In Deutschland ist der Papierverbrauch zwischen 1990 und 2016 von 15.460 Tonnen auf 20.541 Tonnen gestiegen. Obwohl auch die Recyclingquote gestiegen ist, werden für die Papierproduktion enorme Mengen an Zellstoffen benötigt, die nicht immer frei von Regenwaldholz sind. Jeder fünfte gefällte Baum wird für die Papierproduktion benötigt! Da gebietet es eigentlich der logische Menschenverstand, dass wir ordentlich mit dieser kostbaren Ressource umgehen. Zwar wächst Holz nach, aber es braucht auch circa 15-30 Jahre bis ein Baum wirtschaftlich genutzt werden kann.

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Nicht nur Altpapier: 2.886 Tonnen Plastikmüll

Die Deutsche Post setzt diesen Werbeirrsinn im Briefkasten noch die Krone auf. Samstags hat man Prospekte in Plastikfolie gewickelt in seinem Briefkasten. Da fällt nicht nur eine enorme Menge Papiermüll an, sondern auch 2.886 Tonnen Plastik im Jahr! Zwar gab es 2014 mal einen kleinen Aufschrei dagegen. Die Post beteuerte, sich nach Alternativen umzusehen, passiert ist quasi nichts.

Es gibt sicherlich noch einige Menschen, die gerne in den Werbeprospekten blättern. Doch es gibt behaupte ich mal genauso viele, die diese Prospekte aus Gewohnheit bekommen und sie gar nicht mehr lesen. Oder einfach bisher zu bequem waren, sich einen Aufkleber für den Briefkasten zu besorgen.

Bitte keine Werbung allein langt nicht

Wir wären nicht in Deutschland, wenn ein einfacher “Bitte keine Werbung einwerfen” Aufkleber ausreichen würde, um keine Werbung mehr zu erhalten. Denn es gibt einen mächtigen Trick der Werbeindustrie: Redaktioneller Inhalt. Wenn das verteilte Prospekt einen gewissen Anteil an redaktionellen Inhalt beinhaltet, ist es keine Werbung mehr sondern ein Anzeigenblatt. Dann darf es in Briefkästen mit “keine Werbung” Aufkleber eingeworfen werden.

Bei uns in der Stadt hat sich das der Verteiler der Prospekte schon zu Nutze gemacht und wickelt nun die Prospekte auch am Samstag in ein Pseudomagazin. So kann er die Gesetzeslücke ausnutzen und schadet dabei alle, die wirklich keine reine Werbung, jedoch die kostenlose Wochenzeitung erhalten möchten.

Kurzum: Wer überhaupt keine Werbung mehr erhalten möchte, benötigt einen Aufkleber, auf dem so etwas steht wie “Bitte keine Werbung, keine Handblätter, keine Anzeigenblätter und kostenlosen Wochenzeitungen” einwerfen.

Woher erhalte ich diese Aufkleber (kostenlos)

Es gibt immer mal wieder Initiativen, die dir einen Aufkleber kostenlos zusenden. Zur Zeit bekommt man bei dem Portal Wiado zwei Aufkleber kostenlos zugesandt. Auch der Anbieter Letzte-Werbung.de wirbt mit einem kostenlosen “keine Werbung” Aufkleber. Ironischerweise finanziert er diesen Dienst dadurch, dass dir (ein letztes Mal) Werbung zugesendet wird. (Stand 29.6.2018)

Sollte mal kein Aufkleber kostenlos zur Verfügung stehen, kann man diese auch sehr günstig bei Amazon erwerben.

Keine Werbung Aufkleber selber ausdrucken

Natürlich kannst du dir auch einen eigenen Aufkleber basteln. Einfach ein Schreibprogramm deiner Wahl öffnen und die keine Werbung Bitte richtig formulieren. Um es dir noch einfacher zu machen, habe ich eine Aufkleber für dich gebastelt. Diesen kannst du ausdrucken (am Besten mit einem Laserdrucker), folieren und an deinen Briefkasten kleben.

Oder du gehst mit der Vorlage zum nächsten Copyshop und lässt ihn dir als richtigen Aufkleber drucken. Und dann ab damit auf den Briefkasten

Bitte keine Werbung Aufkleber kostenlos Vorlage

Du kannst die Grafik frei verwenden. Oder zum Ausdrucken auch meine PDF-Vorlage herunterladen.

Wie schütze ich damit die Umwelt?

Wie eingangs erwähnt, wird jeder fünfte gefällte Baum für die Papierproduktion benötigt. 2009 entfiel auf jeden Bundesbürger im Schnitt 256 Kilogramm Papiermüll im Jahr. Darin war ein Anteil von 33 kg Werbewurfsendungen enthalten.

Pro kg Papier werden 2,5 Kilogramm Faserstoffe eingesetzt. Bei einer Recyclingquote von circa 75 % im Jahr 2016 wird also für jedes Kilogramm Papier im Schnitt 625 Gramm Holzfasern benötigt.

Jeder, der sich so einen Aufkleber auf den Briefkasten klebt, spart also theoretisch 33 kg * 625 Gramm Frischfasern pro kg = 20,625 kg Holzfasern im Jahr. Außerdem benötigt ein KG Papier circa 750 Liter Wasser zur Herstellung. Somit würdest du 24.750 Liter weniger Wasserverbrauch verursachen. Darüber hinaus braucht man für 1 kg Papier zu produzieren rund 2,79 kWh Strom. Was summa summarum immerhin 92,07 kWh Strom im Jahr gespart wären.

Es ist natürlich klar, dass nicht sofort die Produktion des Prospektes eingestellt wird, bloß weil du dir einen Aufkleber auf den Briefkasten geklebt hast. Aber die Verteiler sind schon darauf bedacht, den Austrägern nicht zu viele Zeitungen und Werbeprospekte zur Verfügung zu stellen. Denn das kostet auch den Werbetreibenden unnütz Geld. Also wird die Lieferkette nach und nach von unnötigen Werbeprospekten bereinigt.

Gibt es die Werbeprospekte auch digital?

Für alle, die trotzdem gerne die aktuellen Werbeprospekte erhalten möchten, aber auf das unnötige Papier verzichten wollen, gibt es die meisten Prospekte auch online.

Fast jede Wochenzeitung hat eine kostenlose PDF-Ausgabe auf ihrer Webseite. Die Prospekte der großen Supermarktketten findet man auch auf ihren jeweiligen Webseiten. Und wenn du in der Suchmaschine seiner WahlWerbeprospekte online” eingibst, findest du mindestens drei Anbieter, die diese supermarktübergreifend anbieten.

 

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Weitere Quellen: kaufda Studie | virtuelles WasserUmweltbundesamt

Beitragsbild: (Stapel Werbezeitschriften) Pexels / Lizenz CC0

Robert

Robert

Programmierer | Blogger | Selbständiger bei RegSoft
Ich bin der Gründer von Blog2Help. Als selbständiger Software-Entwickler und StartUp-Gründer (Zum Blog) kenne ich die Herausforderungen, die eine nachhaltige Unternehmensführung mit sich bringt. Neben aller politischer Arbeit, bin ich der festen Überzeugung, dass man für eine faire und gerechte Welt als Verbraucher vor allem die Unternehmen in die Pflicht nehmen muss.

Die Faszination zum Regenwald begleitetet mich schon von klein auf. Durch die Staufen-Altpapier Schulhefte kam ich schon in der Grundschule mit der Regenwaldorganisation OroVerde e.V in Kontakt und unterstütze diese seitdem mit unkonventionellen Mitteln. Damals z.B. mit dem Sammeln von Briefmarken und seit 2009 mit der Gründung von Blog2Help.

Im Rahmen eines Universitätsprojekts konnte ich im Jahr 2013 selbst in den Regenwald nach Madagaskar reisen und bei der Ausbildung der Parkranger mithelfen.
Robert
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