Walderhalt und Aufforstung durch das REDD-Progamm

REDD ist die Abkürzung für „Reducing Emissions from Deforestation and Degradation“, also ein Programm um die Abholzung von Wald zu verhindern und dadurch eine CO2-Reduktion zu erreichen.

Im Zuge der Weltklimakonferenz in Durban könnte es sein, dass man in den nächsten Tagen öfters mal von REDD liest oder schon darüber gelesen hat. Ich versuche es mal genauer zu durchleuchten.

REDD soll in etwa wie die CO2-Zertifikate funktionieren, die sich in Europa schon teilweise etabliert haben. Jeder Wald erhält einen wirtschaftlichen Gegenwert in Form von Zertifikaten und diese können dann gehandelt werden. So wird dem Wald ein wirtschaftlicher Wert zugewiesen und der Anreiz zum Walderhalt soll dadurch gesteigert werden. Der Sinn dahinter ist lobenswert, denn Walderhalt und Aufforstung ist in Sachen CO2 Verringerung viel günstiger als zum Beispiel die Modernisierung in der Industrie.

Das erste Problem für einen einheitlichen Lösungsansatz ist die Walddefinition. Aufmerksame Blogleser kennen die Walddefinition der FAO (Institut für Ernährung und Landwirtschaft):

„Landflächen größer als 0,5 Hektar, die mit Bäumen bewachsen sind, die mindestens 5 Meter hoch werden können. Und mindestens 10 Prozent des Bodens müssen durch Baumkronen überschirmt sein.“

Was natürlich nicht sehr zufriedenstellend ist. So könnten nach der Definition Urwald abgeholzt und dafür Plantagen angepflanzt werden ohne Waldverlust und ohne wirtschaftlichen Schaden beim REDD-Programm. Dass dies nicht im Sinne des Erfinders sein sollte, liegt auf der Hand. Deshalb müsste für das REDD-Programm unbedingt die Definition neugestaltet werden.
Ein weiteres Problem ist, wie diese Waldflächen kartographiert werden können. Also, gibt es eine zuverlässige Methode, die Waldvorkommen jedes Landes zu bemessen?

Wo kommt das Geld her?
Jedem Wald einen wirtschaftlichen Wert zuweisen ist ja schön und gut, aber das Geld muss auch irgendwo herkommen. Für einen symbolischen Wert wird kein Land der Welt die Wälder mehr schützen als heute.
CO2-Zertifikate könnte man verkaufen. Wenn beispielsweise ein Unternehmen, weniger CO2-Zertifkate benötigt, als es besitzt, dann können sie diese an der Börse wieder zu Geld machen.

Aber was ein Wald-Zertifikat für den Besitzer wert sein soll und woher ein möglicher Wert kommen soll ist noch total unklar.
Es wäre möglich, dass jedes Land in einen Fond einzahlt und daher das Geld für die Waldzertifikate kommt. Doch wird auch dort jedes Land versuchen, so wenig wie möglich zu zahlen und es wird zu Verzögerungen kommen, bei der Reform.

Eine andere Möglichkeit wäre, die Waldzertifikate mit den CO2-Zertifikaten zu verrechnen. Durch mehr Wald könnte ein Land dann auch mehr CO2 ausstoßen. Jedoch würde das kein CO2 verhindern und die Länder können sich sozusagen eine Absolution erkaufen und die jahrelangen Bemühungen den Treibhausgas-Ausstoß zu verringern waren für die Katz.

Ich persönlich hätte ja gerne eine (weltweite) Steuer auf umweltschädliche Produkte, die es auch deutlich umweltfreundlicher gibt. Zum Beispiel sollte auf neues Papier sagen wir mal eine REDD-Steuer von 1% erhoben werden, damit der Altpapierverbrauch und damit auch das Recycling wieder lohnender wird. Dasselbe könnte man auf Einwegflaschen erheben.

Dadurch könnte ein enormer Betrag zusammenkommen, sodass es vor allem auch für Entwicklungsländer (in denen ja meist die größten Waldvorkommen sind) lohnend ist, seinen Wald zu erhalten oder sogar auszubauen. Desweiteren könnte so eine (internationale) Reform zu mehr soziale Gerechtigkeit führen, da Konsumländer natürlich deutlich mehr in den Topf einzahlen, als ärmere Länder.

Ps. Dies war der 300. Blogeintrag auf Blog2Help 🙂

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2 Gedanken zu „Walderhalt und Aufforstung durch das REDD-Progamm

  1. Hallo,
    Herzlichen Glückwunsch zum 300. Blogeintrag 😉 Super und macht weiter so! Der Blogeintrag ist echt gut geschrieben und ich habe REDD nun verstanden. Danke!
    Deine Idee finde ich sehr gut, da 1% nicht zu viel ist und soeine Steuer viel bewirken könnte, genau so wie die 0,5% Finanztransfer-Steuer, die Oxfam vorgeschlagen hat, um die Geldschieberei zu verhindern.

    Liebe Grüße

    Marlon 😉

  2. Stimme Marlon vollkommen zu!
    Super Eintrag 🙂
    FInde nur Schade, dass solche Themen nicht ständig im aktuellen Fokus stehen, sondern immer nur kurz bei solchen Kofnerenzen (wo sie meist trotzdem schnell unter den tisch fallen)
    Die Finazierung über die Steuer halte ich auch für sinnvoll, wird sich aber nicht durchsetzen. Die Industrie hat eine viel zu große Lobby und zu starken Einfluss auf die Politik als dass eien solche Besteuerung zustande kommen könnte.

    LG

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