E10 im Fokus der Öffentlichkeit

Auf Blog2Help berichten wir ja öfters über Palmöl und seine Folgen für den Regenwald und der Umwelt. Seit geraumer Zeit findet die Diskussion, vor allem dank dem E10-Sprit, auch in der Öffentlichkeit statt. Wir wollen Ihnen so gut es geht, eine Übersicht über die aktuelle Stimmungslage verschaffen und diese mit eigener Meinung untermauern:

Ausgelöst wurde die Diskussion hauptsächlich vom Entwicklungsminister Dirk Niebel. Dieser forderte öffentlichkeitswirksam dazu auf, E10 zu verbieten. Als Hauptgrund nannte er steigende Agrarpreise, teurere Lebensmittel und Nahrungsknappheit.

Nicht lange hat es gedauert, bis auch große Medien auf den Zug aufsprangen. In einer großen deutschen Tageszeitung hat man es gleich groß auf Seite 2 gedruckt und verkündet, dass durch E10 keine Nahrungsknappheit herrscht, jedoch die Getreidespeicher immer weniger werden. Neben den Medien folgten dann auch Aufrufe von Organisationen wie Greenpeace, Misereor und andere, die das Verbot Aufgrund von Nahrungsknappheit befürworteten. Mittlerweile hat Österreich sogar die Einführung von E10 gestoppt.

Man liest immer wieder, dass Mais für die Herstellung von Bioethanol benutzt wird. Das stimmt zwar, aber nur in dem Fall, wenn wir unsere Beimischung selbst in Deutschland herstellen. Importierte Materialien sind meist aus Zuckerrohr oder Ölpalmen hergestellt worden. Was mich auch zu meiner Hauptkritik bringt, dass man in der ganzen Diskussion mit keiner Silbe die Abholzung des Regenwalds ins Spiel bringt. Afrikanische hungernde Kinder (die niemals von einem E10 Verbot profitieren würden) ziehen in der Öffentlichkeit anscheinend mehr, als die Natur.

Es ist gut, dass die deutsche Bevölkerung, aus welchem Grund auch immer mehrheitlich gegen E10 ist. Doch um die Diskussion auf die nächste Ebene zu bringen, ist die „Hunger“-Argumentatsionskette wahrscheinlich hinderlich. Denn klar ist: E10 ist nur die Spitze des Eisbergs.

Nur 5% des Palmöls wird für die Erzeugung von Biosprit benötigt (Quelle). 90% entfallen auf die Nahrungsmittelproduktion. Problematisch ist jedoch, dass Palmöl nur nahe am Äquator wächst und somit auf kostbarer Regenwaldfläche. Mit einem E10-Verbot könnte sich die Lage daher nur minimal entspannen. Die jetzigen einheimischen Maisfelder könnten beispielsweise wieder durch Rapsölfelder ersetzt werden. Lebensmittelhersteller sind nämlich aufgrund des günstigeren Preises von (meist) Rapsöl auf Palmöl umgestiegen. Das dies freiwillig geschieht, bezweifel ich persönlich.

Was ich abschließend mit dem Artikel sagen möchte: Ich hätte mir von Umweltverbänden und Medien eher erhofft, dass die Diskussion in Richtung Monokultur, Abholzung der Regenwälder usw. gelenkt worden wäre und nicht in Richtung „Lebensmittelknappheit“, weil das kann zu leicht wiederlegt werden.

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5 Gedanken zu „E10 im Fokus der Öffentlichkeit

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