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Was wäre denn an autofreien Städten so schlimm?

In Paris herrscht derzeit großer Smog-Alarm. Das hat die Politik dazu veranlasst, ein partielles Fahrverbot auszusprechen. An geraden Tagen dürfen nur Autos mit einer geraden Endziffer am Nummernschild fahren und umgekehrt. Ausnahmen gibt es zuhauf und wenn man erwischt wird zahlt man maximal 35€, bei Sofortkasse gibt es 11€ Rabatt.

Eine Maßnahme um dem entgegenzuwirken, die mir im Übrigen sehr gefallen hat ist, den öffentlichen Nahverkehr kostenlos zu machen. Typischerweise hatte die Pariser Bahn dann aber einen Berlinanfall. Heißt, zahlreiche Züge sind wegen Oberleitungsschwierigkeiten ausgefallen.

Trotz Smog-Alarm lässt fast keiner sein Auto stehen

Geholfen haben beide Maßnahmen nichts. Um lediglich vier Prozent ist die Feinstaubbelastung seit Einführung des Fahrverbots gesunken (Quelle), obwohl Autos einen 60%igen Anteil am Feinstaub in den Innenstädten besitzen (Quelle).

Das zeigt die Ignoranz der Autofahrer. Lieber setze ich mich und meine Mitmenschen hohen Gesundheitsgefahren aus, anstatt meinen Arsch hochzubekommen und das Rad oder die Bahn zu nehmen. Hier lasse ich das Argument, dass viele Leute das Auto brauchen um in die Arbeit zu kommen nicht gelten. Denn wir reden hier von einer Großstadt, in der man dank Staus nicht schneller unterwegs ist als mit den Öffentlichen (wenn die Oberleitungen halten) oder mit dem Rad oder (Elektro-)Roller.

So viel Platz verschwendet es, mit dem Auto statt mit dem Bus zu fahren. (Quelle)

So viel Platz verschwendet es, mit dem Auto statt mit dem Bus zu fahren. (Quelle)

Ja, ich kann hier als jemand, der gar keinen Führerschein besitzt den Moralapostel geben. Aber jemand, der in einer größeren Stadt wohnt kann mir nicht erzählen, dass er viel schneller mit dem Auto unterwegs ist als mit umweltfreundlichen Alternativen. Vor allem nicht in der Rush-Hour.

45.300 Deutsche sterben im Jahr durch Feinstaub

Auch wenn das Zeitargument nicht zieht, muss es doch jedem rational denkenden Mensch bewusst sein, dass ein Auto, vor allem in einer Großstadt, brutal ineffektiv ist. Nicht nur, dass es im Unterhalt mit Verschleiß und Benzin im Vergleich zum Nutzen viel zu teuer ist. Ein Auto stößt auch viel zu viele Schadstoffe in Relation zu den transportierten Personen aus.

Laut Umweltbundesamt sterben alleine in Deutschland jährlich 45.300 Menschen aufgrund zu hoher Feinstaubbelastung frühzeitig.

Wer das gerne in Geld umgerechnet haben möchte: Laut WHO beträgt der volkswirtschaftliche Schaden in unserem Land rund 145 MRD. $ – Auch wenn die Summe sehr hoch erscheint, selbst ein Drittel davon würde vermutlich langen um den Öffentlichen Personennahverkehr in Städten kostenlos zu machen.

Ich habe echt kein Bock, unnötig mit Feinstaub belastet zu werden, weil Eltern ihren Zögling mit einem fetten SUV zur Schule fahren müssen oder weil der Manager sich zu fein ist mit anderen im Bus zu stehen und lieber im Stau sein Leben hasst.

Wie absurd diese Auto-Faulheit ist, zeigt sich in London. Dort wurde eine Parkgarage in Chelsea für 463.000€ versteigert (Quelle). Mietgebühren von 400€ und mehr im Monat für einen Parkplatz sind keine Seltenheit. Wer knapp eine halbe Million Euro für einen Parkplatz ausgibt hat für mich nicht nur die Bodenhaftung verloren sondern ist für mich schlicht und einfach asozial. Und wer als Normalverdiener lieber 400€ im Monat für einen Parkplatz ausgibt, als den Arsch hochzubekommen und auf die Alternativen umzusteigen hat absolut kein Mitleid verdient, wenn er jammert, dass das Geld nicht zum Leben langt.

Täglich im Stau stehen. Das kann doch kein Spaß machen.

Täglich im Stau stehen. Das kann doch kein Spaß machen

Meine Vision von autofreien Städten

Manchmal muss man den Leuten leider „gutes Verhalten aufzwingen“, damit sie sehen, dass es dann wirklich besser ist. Das beste Beispiel ist doch das Rauchverbot in Bayern. Wir sind ein sehr konservatives Volk, haben das Rauchverbot aber überaus konsequent durchgezogen. Jetzt kenne ich keinen Raucher, der sich die alten Zeiten zurückwünschen würde. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass es große Proteste geben würde, wenn das Rauchverbot gelockert werden würde. Ähnliches würde denke ich auch passieren, wenn man die Städte autofrei gestaltet.

Dazu muss aber die autofreie Stadt natürlich besser sein als eine mit Autos verstopfte Stadt, bei der man 20 Minuten an jeder Ampel steht.

Kostenloser und flexibler öffentlicher Nahverkehr

Mir ist durchaus bewusst, dass ein kostenloser Nahverkehr ein großer öffentlicher Posten wäre, der erst einmal finanziert werden muss. Ich wage aber einmal die Prognose, dass der sterbende Einzelhandel in den Innenstädten davon sehr profitieren würde. Mit ein paar Innovationen, wie die Lieferung direkt nach Hause, würde es auch nichts ausmachen, wenn man das Auto nicht vor dem Laden parken kann (kann man bei den Parkplatzsituationen eh in 99% nicht).

Durch autofreie Innenstädte und einen flexiblen Nahverkehr wird sich die Laufkundschaft erhöhen und das Flanieren steigen. Dadurch gibt es auch wieder mehr Gelegenheitskäufe. Heute fährt man doch allerhöchstens in die Innenstadt, wenn man etwas im Internet nicht findet oder es sofort braucht. Die steigenden lokalen Steuereinnahmen und Arbeitsplätze, Entschleunigung der Innenstädte und eine gesteigerte Luftqualität muss uns das einfach wert sein.

Nahverkehr nutzt den Platz in Großstädten effektiver.

Nahverkehr nutzt den Platz in Großstädten effektiver.

Es müsste vor der Stadt „Stützpunkte“ geben, wie es sie im kleinen zum Beispiel in Garching bei München gibt. Dort sind ausreichend Parkplätze vorhanden und der Fernverkehr trifft sich mit dem Nahverkehr. Dieser müsste dann natürlich sehr eng getaktet werden und ausreichend Plätze verfügbar sein. So kann man sein Auto vor der Stadt abstellen und nahtlos auf den ÖPNV umsteigen. Oder besser noch: Gleich mit dem Fern-/Regionalverkehr der Bahn anreisen.

Verleihstationen für Elektroroller und Fahrräder

In den Städten müsste es Verleihstationen für Elektroroller und Fahrräder geben (selbstredend mit Ökostrom betrieben), wenn man doch einmal schnell ans Ende der Stadt kommen möchte und keine Lust auf Busatmosphäre hat.

Ich finde auch, dass dieses Bild besser in eine moderne Gesellschaft passt als totsubventionierte Diesel-SUVs in denen dann einer alleine im Stau die Luft verpestet.

Schon im Jahr 2004 hat die EU ein Handbuch für Städte herausgebraucht, wie man Städte autofrei bekommt. Daran gehalten haben sich leider die wenigsten Städte. Die, die es gemacht haben, konnten aber feststellen, dass z.B. eine Umgestaltung der Straßenplanung nicht zu Unmut sondern zu besserem Verkehr führt. Setzt man als Stadtplaner zum Beispiel das Augenmerk auf Fahrradwege und nicht auf Autostraßen steigen die Leute freiwillig auf das Rad um.

In Amsterdam gehört das Fahrrad eher zum Stadtbild als das Auto

In Amsterdam gehört das Fahrrad eher zum Stadtbild als das Auto

Ich denke, jedem halbwegs vernünftigem Mensch ist klar, dass ein Auto in einer (Groß-)Stadt nur der Bequemlichkeit dient. Aber zu welchem Preis? Veränderung macht Anfangs manchmal keinen Spaß, aber ist man erst einmal aus seiner Komfortzone herausgekommen, dann ist das alte Verhalten rückblickend meistens gar nicht so toll, wie man angenommen hat. Ich hoffe, ich konnte dem ein oder anderen einen Denkanstoß geben.

Mehr Informationen zur Vision von autofreien Städten könnt ihr auch auf dem Blog www.autofreie-stadt.de nachlesen.

Robert

Robert

Programmierer | Blogger | Selbständiger bei RegSoft
Ich bin der Gründer von Blog2Help. Als selbständiger Software-Entwickler und StartUp-Gründer (Zum Blog) kenne ich die Herausforderungen, die eine nachhaltige Unternehmensführung mit sich bringt. Neben aller politischer Arbeit, bin ich der festen Überzeugung, dass man für eine faire und gerechte Welt als Verbraucher vor allem die Unternehmen in die Pflicht nehmen muss.

Die Faszination zum Regenwald begleitetet mich schon von klein auf. Durch die Staufen-Altpapier Schulhefte kam ich schon in der Grundschule mit der Regenwaldorganisation OroVerde e.V in Kontakt und unterstütze diese seitdem mit unkonventionellen Mitteln. Damals z.B. mit dem Sammeln von Briefmarken und seit 2009 mit der Gründung von Blog2Help.

Im Rahmen eines Universitätsprojekts konnte ich im Jahr 2013 selbst in den Regenwald nach Madagaskar reisen und bei der Ausbildung der Parkranger mithelfen.
Robert

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