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BASF vermeidet knapp 1MRD an Steuern und keinen interessierts

Ich muss mich heute mal ein bisschen auskotzen. Ich bin sehr viel in den sozialen Medien unterwegs und lese auch verdammt vieles im Internet. Vielleicht zu viel.

Gestern Abend habe ich vor dem Bett gehen in den Tagesthemen einen Bericht gesehen, dass die Europafraktion der Grünen herausgefunden hat, dass alleine BASF knapp eine Milliarde Euro an Steuergeldern durch legale Steuertricks vermieden hat. (Zur Studie).  Über 24 Stunden später, sehe ich das Thema nirgends in meiner Timeline. Die (sozialen) Medien werden nach wie vor bestimmt von der Flüchtlingskrise (die gar keine Krise mehr ist) und dem US-Wahlkampf.

Doch, dass beide Themen so brisant sind liegt eigentlich genau an solchen Problematiken wie der Steuervermeidung. Aber es interessiert keinen. Niemand empört sich.

Doch wieso ist das so? Wieso neiden wir dem Hartz4-Empfänger oder dem Flüchtling sein Smartphone mehr, als der handvoll BASF-Eigentümern ihre eine MRD-Euro? Dabei sind wir alle doch näher an der ersten als an der letzten Gruppe. Zusätzlich erschweren uns solche Steuerlücken, die Möglichkeit ein ähnliches Unternehmen aufzuziehen, weil wir diese Steuertricks (hunderte Dachgesellschaften auf der ganzen Welt) gar nicht anwenden können. So kann man niemals mit den Preisen von BASF konkurrieren.

Durch diese Steuertricks entgehen der EU im Jahr bis zu 70 MRD €. 70 MRD €! Davon könnte man ein Flüchtlingscamp für alle Syrer bauen oder gar alle in Europa aufnehmen und versorgen. Oder aber Arbeitslose besser unterstützen. Zum Vergleich: Die Ausgaben zur Arbeitslosenversicherungen betrugen zuletzt 24,7 MRD € im Jahr. Egal was man mit dem Geld machen würde, alles wäre besser als Reiche, noch reicher zu machen.

Wo bleibt die Empörung?

poverty-593754_1280Ich glaube es liegt an der anerzogenen Angst, dass BASF oder andere Großkonzerne dann ja Arbeitsplätze streichen würden. Die Angst ist nicht unbegründet, aber zu kurz gedacht.

Denn es würde im Falle BASF ja nicht dazu führen, dass wir kein Plastik oder keine Chemikalien mehr benötigen würden. Also würde die Nachfrage mit der Zeit von anderen Unternehmen bedient werden. Im besten Fall von mehreren Unternehmen. Dadurch würden noch mehr Arbeitsplätze entstehen als jetzt. Denn jede Firma bräuchte ihre eigene Verwaltung usw. Außerdem können mehrere Unternehmen ihre Marktmacht schlechter ausspielen als Monopolisten. Dieser Vorteil kommt grundsätzlich dem Verbraucher zu gute.

Darüber hinaus würde Steuergerechtigkeit dazu führen, dass jeder Unternehmer die gleichen Einstiegsvoraussetzungen in den Markt besitzt. Das führt wiederum dazu, dass auch innovative Unternehmen in den Markt einsteigen können. Innovation führt zu Fortschritt, was das Unternehmen in der Globalisierung wettbewerbsfähig macht.

Unternehmensvielfalt ist wichtig für den Fortschritt

Uns wird von der Finanzwirtschaft suggeriert, dass nur Big Player auf dem Weltmarkt bestehen können. Und nur durch wichtige Großkonzerne im Land kann ein Land seinen Wohlstand halten oder ausbauen. Als Autoland mit enormen Exportüberschüssen ist Deutschland das Vorzeigebeispiel.

Doch der Grund, warum wir die Finanzkrise im Gegensatz zur USA im Jahr 2008 halbwegs unbeschadet überstanden haben ist u.a. unser (unverschuldeter) Mittelstand. Der hat fleißig weiterproduziert und sich um seine Mitarbeiter gekümmert, während alle Großkonzerne milliardenschwere Subventionen erhalten haben (Kurzarbeit, Abwrackprämie), damit sie nicht zerbrechen.

Auch wenn man sich die Innovationstreiber der letzten Jahrzehnte ansieht, waren das alles Unternehmen, die in einem noch nicht besetzten Markt ohne großen Kapitaleinsatz unser Leben revolutioniert haben. Nur wenige Unternehmen haben danach noch großartige Innovationen betrieben, sondern sind auf den „Machterhaltung und Kapitalvermehrung“-Modus umgeschalten. Exemplarisch möchte ich hier Microsoft, Apple und Facebook nennen. Google muss ich dem hingehend ein bisschen ausklammern. Es braucht immer mal wieder Innovationstreiber, die den „Großen“ in den Arsch tritt.

Unternehmen müssen soziale Verantwortung übernehmen

Ein guter Unternehmer denkt über Generationen hinweg. Derzeit zeichnet sich jedoch der Trend ab, dass nur noch bis zur nächsten Renditeausschüttung gedacht wird. Doch wer soll denn am Ende die ganzen produzierten Autos, Maschinen und den Plastikmüll kaufen, wenn in 20 Jahren die komplette Mittelschicht wegfällt und es nur noch Arm und Reich gibt?

Die gleiche Kurzsichtigkeit zeichnet sich auch beim Umweltschutz der Unternehmen ab: Unser Wirtschaftswachstum ist fast ausschließlich von endlichen Rohstoffen abhängig. Was passiert wenn Holz, Land, Öl, Kohle, seltene Erden, Phosphor usw. ausgehen? Keine Ahnung – sollen sich doch andere Generationen darum kümmern.

Die Steuervermeidungspolitik der Großkonzerne ist kein notwendiges Mittel, um Investoren zu befriedigen. Es ist die Arroganz von wenigen, die sich die Rosinen aus dem System picken, weil es ihnen scheiß egal ist, was nach ihnen kommt.

Und wir, der Pöbel machen fleißig mit und treten lieber nach unten, statt nach oben.

Empört euch!

Empört euch über Panama Papers, BASF, Amazon, IKEA, Apple und wie sie alle heißen. Wenn die Themen in den Medien mehr Beachtung finden, dann wird auch mehr darüber berichtet. Wenn natürlich der Artikel „Flüchtling besitzt besseres Smartphone als ein Deutscher“ beim Focus mehr Klicks bekommt als „BASF vermeidet Steuern“, dann ist doch klar, über was der Focus berichtet.

Und im Gegensatz zur Flüchtlingspolitk oder den US-Wahlen könnt ihr bei der Steuervermeidung jeden Tag eure Stimme abgeben: An der Kasse!

Robert

Robert

Programmierer | Blogger | Selbständiger bei RegSoft
Ich bin der Gründer von Blog2Help. Als selbständiger Software-Entwickler und StartUp-Gründer (Zum Blog) kenne ich die Herausforderungen, die eine nachhaltige Unternehmensführung mit sich bringt. Neben aller politischer Arbeit, bin ich der festen Überzeugung, dass man für eine faire und gerechte Welt als Verbraucher vor allem die Unternehmen in die Pflicht nehmen muss.

Die Faszination zum Regenwald begleitetet mich schon von klein auf. Durch die Staufen-Altpapier Schulhefte kam ich schon in der Grundschule mit der Regenwaldorganisation OroVerde e.V in Kontakt und unterstütze diese seitdem mit unkonventionellen Mitteln. Damals z.B. mit dem Sammeln von Briefmarken und seit 2009 mit der Gründung von Blog2Help.

Im Rahmen eines Universitätsprojekts konnte ich im Jahr 2013 selbst in den Regenwald nach Madagaskar reisen und bei der Ausbildung der Parkranger mithelfen.
Robert

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