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Kompost: Fünf Gründe warum du kompostieren solltest

Wenn organische Abfälle mit Erde in Berührung kommen werden sie nach einiger Zeit wie durch Zauberei selbst zu Erde. Dieser Vorgang, der sich Kompostierung bzw. Rotte nennt, hat sehr viele Vorteile für die Umwelt und auch für unseren Wirtschaftskreislauf.

Weshalb es sich lohnt einen Kompost anzulegen, bzw. die Kompostsysteme eurer Stadt zu verwenden habe ich nachfolgend für euch zusammengefasst.

Es macht Düngemittelabbau unnötig(er)

Die industrielle Landwirtschaft konnte unter anderem deshalb so viele Erträge in den letzten Jahrzehnten einfahren, da sie enorm mit Phosphor gedüngt haben. Phosphor ist ein natürlicher Rohstoff, der im Boden durch die Kompostierung sowieso vorkommt. Durch zusätzliche Zufuhr auf den Feldern können Böden öfter benutzt und Pflanzen ertragreicher bewirtschaftet werden.

Es gibt auf der Welt noch einige Phosphor-Minen in dem dieser Rohstoff mit großen Maschinen unterirdisch abgebaut wird. Das ist jedoch zum einen sehr energieaufwendig, zum anderen sind die Phosphorvorkommen auch irgendwann erschöpft. Das könnte tragische Folgen für die Nahrungsmittelproduktion haben. Klassischerweise gibt es die meisten Vorkommen in politisch und geografisch schwierigen Gebieten.

Konservative Schätzungen gehen davon aus, dass die Vorkommen noch 20-30 Jahre langen. Deshalb wird auch viel in die Rückgewinnung von Phosphor investiert. So wird zum Beispiel Phosphor aufwendig aus Klärschlamm gewonnen.

Kompost hingegen eignet sich hervorragend als Dünger, besitzt ebenfalls einen relativ hohen Phosphoranteil und ist sehr leicht zu erzeugen. Mehr Informationen dazu kannst du in diesem PDF nachlesen.

Es schützt den Regenwald

Die Industrie stellt aus dem Kompost oftmals Blumenerde oder Humus her. Früher war es sehr beliebt, Blumenerde aus Torf herzustellen. Manche Hersteller machen das heute noch. Dafür müssen oft Torfmoorwälder weichen, die jedoch von Haus auf auch ein gigantischer Kohlenstoffspeicher sind. Sozusagen eine Loose-Loose Situation.

Torfmoorwälder sind gigantische Kohlenstoffspeicher. By Jan Stubenitzky (Dehio) (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Torfmoorwälder sind gigantische Kohlenstoffspeicher.
By Jan Stubenitzky (Dehio) (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Also, wenn du nicht dein eigenen Kompost verwendest, unbedingt zur torffreien Blumenerde greifen.

Es spart Geld

Wenn man selbst kompostiert spart es den Kauf von Blumenerde.

Generell entlastet man dadurch auch seine Restmülltonne. Durch gutes Recylcling, nicht nur von Biomüll kann man vielleicht eine Mülltonne kleiner nehmen. Dadurch lassen sich je nach Entsorgungskosten eurer Stadt einige Euro im Jahr sparen.

Man kann Strom aus dem Kompost generieren

Ein großer Kritikpunkt an der Kompostierung von organischen Abfällen ist, dass viele Schadstoffe, auch CO2 freigesetzt werden. Im Grunde genommen ist eine Kompostierung fast nichts anderes, als wenn man die Grünabfälle anzünden würde. Nur viel viel langsamer.

Dieses Prinzip kann man sich zunichtemachen und Strom, bzw. Biogas daraus erstellen. Deshalb wurden Biogasanlagen lange Zeit intensiv über das Erneuerbare Energiegesetz (EEG) gefördert. Das führte wiederum zu solchen skurrilen Auswüchsen, dass extra Mais angebaut wird, um es anschließend in die Biogasanlage zu schmeißen.

Wenn allerdings genug Grünabfälle vorhanden sind, können Biogasanlagen auch mit richtigen Biomüll befüllt werden. Dadurch können die Felder wieder zur Nahrungsproduktion genutzt werden. Viele Städte bringen deshalb ihren Kompost in Biogasanlagen und nicht mehr in Deponien.Und das Beste ist: die Masse, die nach der Gewinnung von Strom übrig bleibt, kann ohne Nährstoffverlust als Dünger für die Landwirtschaft oder für zu Hause eingesetzt werden. (Quelle)

Es macht Müllkraftwerke effektiver

Ein weiterer Aspekt, an den viele nicht denken ist, dass Müllkraftwerke dadurch effektiver arbeiten können. Deutschland hat ebenfalls wegen dem EEG relativ viele Müllverbrennungsanlagen. Fast kein Müll wird bei uns noch deponiert. Teilweise erhalten wir auch Müll aus dem Ausland, da die Kraftwerke so viele Kapazitäten besitzen.

Obwohl der normale Hausmüll noch energetisch genug ist, damit er ohne zusätzlichen Kraftstoffeinsatz verbrannt werden kann, ist die Qualität des Mülls natürlich entscheidend wie viel Energie (Strom + Wärme) aus dem eingesetzten Material generiert werden kann.

Biomüll mindert die energetische Bilanz, da er meist feucht ist und auch den anderen Müll in der Mülltonne feucht macht. Ein weiterer Aspekt ist, dass sich die Schlacke, die nach der Verbrennung des Mülls entsteht nicht als Kompost eignet. Sie muss deponiert werden und das darin enthaltene Phosphor ist für ewige Zeiten verloren.

Fazit:

Kompostierung ist das ideale Beispiel dafür, wie man Ressourcen effektiv recyceln, d.h. in den Rohstoffkreislauf zurückbringen kann. Wie man richtig kompostiert werden wir in einem anderen Artikel näher beleuchten. Also bleibt uns treu 😉

Robert

Robert

Programmierer | Blogger | Selbständiger bei RegSoft
Ich bin der Gründer von Blog2Help. Als selbständiger Software-Entwickler und StartUp-Gründer (Zum Blog) kenne ich die Herausforderungen, die eine nachhaltige Unternehmensführung mit sich bringt. Neben aller politischer Arbeit, bin ich der festen Überzeugung, dass man für eine faire und gerechte Welt als Verbraucher vor allem die Unternehmen in die Pflicht nehmen muss.

Die Faszination zum Regenwald begleitetet mich schon von klein auf. Durch die Staufen-Altpapier Schulhefte kam ich schon in der Grundschule mit der Regenwaldorganisation OroVerde e.V in Kontakt und unterstütze diese seitdem mit unkonventionellen Mitteln. Damals z.B. mit dem Sammeln von Briefmarken und seit 2009 mit der Gründung von Blog2Help.

Im Rahmen eines Universitätsprojekts konnte ich im Jahr 2013 selbst in den Regenwald nach Madagaskar reisen und bei der Ausbildung der Parkranger mithelfen.
Robert

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