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Das Elektroauto – Chance oder Flop?

Mitsubishi i MiEV, Elektroauto, Elektromobil
Das Elektroauto
Mitsubishi_i_MiEV
Bild: Wikipedia

Die größte Automobilausstellung der Welt, die IAA in Frankfurt ist im vollen Gange. Zum ersten Mal in der Geschichte der Messe wird eine komplette Halle (Halle 4) dem Elektroauto gewidmet. Man sollte also meinen, das Elektromobil steht kurz vor dem Durchbruch, bzw. kurz vor der Massenproduktion. Doch ob das wirklich so ist und ob ein Elektroauto wirklich umweltfreundlicher ist, als ein herkömmliches Fortbewegungsmittel möchte ich mit diesem Artikel herausfinden.

Normalerweise hätte ich am Mittwoch eine Fahrt zur IAA bezahlt bekommen, musste aber wegen privaten Gründen kurzfristig absagen, deshalb gibt es leider nur eine Ferndiagnose von mir, vielleicht klappt es ja nächstes Jahr.

Stand der Entwicklung:
Die durchschnittliche Reichweite aktueller Elektroautos liegt bei beachtlichen 120 – 150 Kilometern, die kürzeste Ladezeit für eine Vollladung beträgt 6 Stunden. Jedoch gibt es noch eine Möglichkeit den Akku zu 80% per Expressladung (400V) zu laden, da dauert das Ganze nur 30 Minuten.

Bis jetzt gibt es zwei Elektroautos in Großserienproduktion, den Mitsubishi i-MiEV für 34.990€ und den Nissan Leaf für 35.300€. Das ist um einiges höher als vergleichbare Fahrzeuge, welche mit fossilen Treibstoffen angetrieben werden, die es schon um ca. 19.000€ gibt.

Entwicklungspotentiale:
Neben Leichtbautechniken, die den Verbrauch des Fahrzeuges senken sollen ist die wichtigste Entwicklung für die Elektromobile eine Leistungsstarke Batterie. Die Lithium-Ionen-Batterie war schon ein großer Sprung für die Elektromobilität. Ein weiterer, der aber noch in Kinderschuhen steckt, könnten die Lithium-Luft-Akkumulatoren werden.

Diese können die Energie durch eine Reaktion von Sauerstoff und dem in der Batterie vorkommenden Lithium auslösen. Der Sauerstoff wird direkt aus der Umgebung generiert und somit kann einiges an Gewicht gespart werden. Bis zu zehn Mal mehr Energie soll damit gespeichert werden können. Jedoch ist das derzeitige Problem, dass sie beim jetzigen Entwicklungsstand gar nicht aufladbar ist.

Umweltverträglichkeit:
Ein Elektroauto, welches mit dem normalen Strommix betankt wird verursacht nur unwesentlich weniger CO2-Ausstoß als ein sparsamer Kleinwagen und in der Regel sogar mehr als ein Hybrid-Wagen. Ein großer Vorteil für Großstädte ist, dass ein Elektroauto keinen Feinstaub ausstößt und sich somit die Umweltbelastung für die dort lebende Bevölkerung stark verringert.

Am besten ist es, wenn das Auto CO2 neutral betrieben wird, das funktioniert aber nur, wenn der Besitzer Ökostrom bezieht und mit diesem das Auto aufläd. Außerdem könnte die Elektromobilität unser Problem der Stromspeicherung lösen und somit zur Energieversorgung der Zukunft beitragen. In stromstarken Phasen wird der Akku des Autos aufgeladen und nimmt so Strom vom Netz, der entweder in Pumpkraftwerken mit hohem Wirkungsgradverlust verpufft wäre oder „weggeschmissen“ worden wäre.

Auch würde eine stärkere Elektromobilität die Nachfrage zu Öl senken und so sogar den Regenwald schützen können, da z.B Ölförderungen wie sie gerade in Ecuador diskutiert werden unlukrativer machen würden.

Einziger Wehrmutstropfen ist, dass die Herstellung und das Recycling der Batterie ziemlich Umweltunverträglich ist.

Nötige Weichenstellung für die Elektromobilität:
Die Bundesregierung hat eine Initiative gestartet, die bis 2020 eine Millionen Elektroautos auf die Straßen Deutschlands bringen soll. 500.000 Millionen Euro soll dafür in die Hand genommen werden. Das ist laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) aber viel zu wenig um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen. Es müssen unbedingt steuerliche Vorteile für Elektroautos her, wenn man es ernst meint. Konkret ist noch nichts, aber die Regierung denkt darüber nach.

Auch die Wirtschaft muss nachziehen. Jeder 7. Arbeitsplatz in Deutschland hängt direkt oder indirekt von der Automobilbranche ab. Ein verschlafen des Marktes Elektromobilität könnte fatale Folgen für Deutschland haben, also wäre es ratsam, dass alle an einen Strang ziehen. Ich denke da z.B an Schnellladestationen in Parkhäusern von großen Unternehmen. So kann man mit seinem Elektroauto beruhigt zur Arbeit fahren, es während der Arbeitszeit aufladen lassen und kommt sicher wieder nach Hause. Auch Bonusprogramme für E-Fahrer wären denkbar.

Aber auch Unternehmen mit überschaubaren Bewegungsradios wie Briefträger, Taxifahrer, Fahrschulen und Co. Könnten auf Elektroautos umsatteln (mit Ökostrom) und so die Aufmerksamkeit der Bevölkerung dadurch gewinnen.

Stromtankstelle
Eine Stromtankstelle in Freiburg
Bild: Wikipedia

Fazit:
Die Elektromobilität ist ganz schön voran gekommen, auch in der Öffentlichkeit findet sie immer mehr Beachtung. Das große Problem ist aber, dass sie noch nicht erschwinglich ist. Für Langstrecken muss die Entwicklung der Batterien vorangetrieben werden.

Als Zweitwagen für Leute mit dem nötigen Kleingeld ist das Elektroauto aber nahezu ideal. Vor allem im Stadtverkehr. Ich werde mir vielleicht den Kompromiss gönnen und bei der nächsten Anschaffung einen Elektroroller zulegen.

 
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Robert

Robert

Programmierer | Blogger | Selbständiger bei RegSoft
Ich bin der Gründer von Blog2Help. Als selbständiger Software-Entwickler und StartUp-Gründer (Zum Blog) kenne ich die Herausforderungen, die eine nachhaltige Unternehmensführung mit sich bringt. Neben aller politischer Arbeit, bin ich der festen Überzeugung, dass man für eine faire und gerechte Welt als Verbraucher vor allem die Unternehmen in die Pflicht nehmen muss.

Die Faszination zum Regenwald begleitetet mich schon von klein auf. Durch die Staufen-Altpapier Schulhefte kam ich schon in der Grundschule mit der Regenwaldorganisation OroVerde e.V in Kontakt und unterstütze diese seitdem mit unkonventionellen Mitteln. Damals z.B. mit dem Sammeln von Briefmarken und seit 2009 mit der Gründung von Blog2Help.

Im Rahmen eines Universitätsprojekts konnte ich im Jahr 2013 selbst in den Regenwald nach Madagaskar reisen und bei der Ausbildung der Parkranger mithelfen.
Robert

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